Zur Geschichte und Entwicklung der Militär- und der Amateurblasmusik im Musikkreis Saarlouis

Mit Degen und Tamtam

 „Militärmusik galt in der Musikwissenschaft lange Zeit als ästhetisch zweitrangig und daher der Erforschung nicht wert“. Mit diesem Zitat von Thomas Stamm-Kuhlmann beginnt Björn Jakobs das Fazit seiner Doktorarbeit, um dann den Satz mit den eigenen Worten enden zu lassen, die Feststellung könne „man auch auf den Bereich der Amateurblasmusik ausweiten, was anhand der verhältnismäßig geringer Anzahl von Dissertationen im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema zu erkennen ist.“

Genau aus diesem Grund ist Björn Jakobs Werk „Mit Degen und Tamtam. Zur Geschichte und Entwicklung der Militär- und der Amateurblasmusik um Musikkreis Saarlouis“, das als Doktorarbeit an der Universität Luxemburg 2015 fertig gestellt wurde und 2017 als Buch erschienen ist, so wichtig. In acht detaillierten und ausführlichen Kapiteln behandelt er die Musikgeschichte der Region Saarlouis allgemein, die Militärmusik des Landkreises, deren Besetzungen und Repertoire sowie die musikalischen Nebentätigkeiten der damaligen Militärmusiker. Des weiteren beschreibt er die dortigen Werkskapellen und ausgewählte Feuerwehrkapellen und die Entwicklung der Blasmusik in seinem Heimatlandkreis. Nun könnte man auf den Gedanken kommen, das Saarland ist klein, der Landkreis Saarlouis noch kleiner – warum so ein „Tamtam“? Aber genau auf dieser Mikroebene beginnt gute wissenschaftliche Arbeit, denn so können in weiteren Arbeiten Rückschlüsse auf die Makroebene gezogen werden.

björn jacobs

Für nichtwissenschaftliche Leser dieses Buches sind besonders die vielen historischen Fotos und Notenbeispiele spannend und das umfangreiche Literaturverzeichnis hilft Blasmusikinteressierten, weiter im Thema Militär- und Amateurblasmusik zu recherchieren.

Eine Gesellschaft muss dankbar sein, dass jemand in mühevoller und jahrelanger Kleinarbeit, neben Beruf und Familie, einen so großen und umfangreichen Beitrag zur Kulturgeschichte eines Landes leistet. Der Titel „Dr.phil“ ist daher – wie bei vielen geisteswissenschaftlichen Dissertationen, die  oft monetär nicht gewürdigt werden, im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen – mehr als verdient. Die Arbeit soll ein Ansporn für alle Musikwissenschaftler sein, das Thema Blasmusik nicht zu vergessen. Es gibt viel zu erforschen – wie man am Beispiel Landkreis Saarlouis sehen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.